
Absolut faszinierend - Das Buch beschreibt einen neuen Ansatz in der Traumabehandlung. Grundlage ist die Annahme, dass jeder Mensch in sich das Potential trägt, sich selbst zu heilen (eigene Ressourcen) und der Therapeut mehr eine anleitende Funktion hat. Die Heilung funktioniert auf Basis von Imaginationen, d.h. der Patient lernt nach und nach durch bestimmte Vorstellungstechniken mit dem Trauma umzugehen und es schließlich zu überwinden (z.B. Gedanken und Gefühle, denen man noch nicht gewachsen ist, in den Tresor zu schließen oder destruktive Täterintojekte unschädlich zu machen). Das Buch enthält eine Reihe von faszinierenden Übungen, wie z.B. die Konferenz mit den verschiedenaltrigen Ichs. V.a. die Vorstellung, dass ein Trauma eine Art Ich entstehen lässt, das sich noch in der Psyche in derselben traumatischen Situation praktisch in der Vergangenheit befindet, ist spannend (passt zu den Annahmen bei der EMDR-Therapie). Auch die Grundlage, dass es eigentlich mehrere Ichs gibt und man mit diesen auch kommunizieren kann (wird offenbar mittlerweile auch von vielen Neurowissenschaftlern vertreten), scheint mir einleuchtend (ich lese als nächstes den 3. Band von Schulz von Thun über das Innere Team). Sehr angenehm ist auch der eher humanistische Gedanke des Buches und v.a. der Einfluss östlicher Philosophie (die Autorin dankt im Nachwort Laozi und Stephen Mitchell). Insgesamt ein Buch, dass mich sowohl als Psychologiestudent als auch als persönlich Involvierten sehr gefesselt hat. Viele Übungen sind übrigens recht universell und können auch bei anderen Problemstellungen angewendet werden.
Innere Ressourcen nutzen - In ihrem Buch Imagination als heilsame Kraft erläutert Luise Reddemann ihre Behandlung von Traumafolgen mit ressourceorientierten Verfahren. Sie war eine der ersten, die diese Verfahren in der Praxis anwendete und eine Station für Traumaüberlebende gründete. Ihrem Beispiel folgten zahlreiche Kliniken.Das Buch wendet sich an Fachleute in helfenden Berufen, psychologisch Interessierte und alle nach Lösung ihrer Probleme SuchendeBesonders Teil 1 und 2 bieten zahlreiche Übungen zur Stabilisierung und Psychohygiene, nicht nur für Traumaüberlebende.Die Übungen dienen dazu, die eigenen Selbstheilungskräfte zu wecken und die vorhandenen inneren Ressourcen zu nutzen. Die Übungen gehen teilweise auf uralte schamanische Praktiken zurück.Ergänzt wird diese Arbeit durch QiGong, Kunst- und Körpertherapie.Luise Redemann beschreibt in zahlreichen Anwendungsbeispielen, wie diese Übungen in der psychotherapeutischen Praxis angewandt werden können.Im 1. Teil geht es darum die eigene Stabilität wiederzufinden, indem man etwa Achtsamkeit übt, den inneren Beobachter kennen lernt, ein Gegenbild zu den erlebten Schrecken findet oder sich einen Notfallkoffer zurecht legt, für schwierige Zeiten. Die Autorin gibt ebenso Anregungen, wie mit schwierigen Gefühlen umgegangen werden kann, und wie jeder in sich selbst einen sicheren Ort finden kann.Ergänzt werden diese Übungen im 2. und 4. Teil durch Körper- und kunsttherapeutische Interventionen, um einen heilsamen Umgang mit dem Körper zu lernen.Im 3. Teil beschreibt Frau Reddemann Techniken zur Traumakonfrontation. Ihrer Meinung nach besteht Traumaarbeit aus ganz viel Stabilisierung und dann erst geht es darum, dem Schrecken zu begegnen. Hier stellt sie vor allem 2 Techniken vor, die Bildschirmtechnik und die Beobachter-Technik.Zum Abschluss macht sie Vorschläge, wie das Trauma angenommen und in die eigene Geschichte integriert werden kann.Ergänzt wird das Buch mit einem Teil speziell für die Traumaarbeit Kinder und Jugendliche.Im Anhang befindet sich eine hilfreiche Übersicht über die einzelnen Phasen der Traumatherapie und ein Verzeichnis der Übungen. Frau Redemann gibt zahlreiche Hinweise zu weiterführender und ergänzender Literatur.Eins de wichtigsten und ein Standardwerk in der Traumatherapie. Bahnbrechend. Liebe Frau Redemann, vielen Dank für dieses Buch.
Sehr gut!!! - Dieses Buch ist nicht nur Fachpersonal empfehlenswert. Meine Therapeutin hat mir zu Beginn der Therapie das Buch ausgeliehen. Es ist auch für Betroffene sehr klar und verständlich geschrieben. Das Thema ist Traumatherapie.Vor allem half es mir mich selbst und meine Probleme zu verstehen. Vieles wurde klarer was ich für mich als sehr hilfreich empfunden habe. Und gerade psychische Erkrankungen/Probleme sind für die meisten Betroffenen eben so sehr unverständlich. Jede Aufklärung hilft dann ungemein weiter. Auch ist es gut zu sehen, das die eigene Reaktion nicht unnormal ist sondern eine durchaus normale oder nachvollziehbare Reaktion. Ohne dieses Buch hätte ich mir niemals eingestehen können oder verstehen können traumatisiert zu sein und was die Traumata sind.
Eines der besten Bücher für Menschen mit einem Trauma - Der Titel Imagination als heilsame Kraft ist zwar richtig, wird aber meiner Meinung nach der Tragweide des Inhalts nicht ganz gerecht. Es geht in diesem Buch nicht nur um Imagination, sondern auch ums Verstehen: Luise Reddemann vermittelt zugleich profundes Wissen aus der Praxis zum Thema Trauma und das in gut verständlicher Sprache. Wer sich mehr für einen Überblick und tieferes Verständnis zum Thema interessiert wird in Wenn die Seele verletzt ist. Trauma - Ursachen und Auswirkungen von Ch. Sautter fündiger. Das sind aber alles keine Rezeptbücher, dafür aber Mutmacher und Helfer für alle, die unter Ängsten, Panikattacken, Dauerschmerzen oder Verhaltensweisen leiden, die ihre Ursachen in einem Trauma haben. Aber auch die Wegbegleiter und Partner von solcherlei geplagten Menschen sollten mehr darüber wissen. Ganz besonders all diejenigen, die im sozialen Bereicht tätig sind, wo Traumata eine große Rolle spielen, sollten sich mit diesem Thema befassen. Kein Buch kann eine Traumatherapie ersetzen, das ist klar, aber man bekommt hier einen sehr guten Eindruckvon dem, was man von einer professionellen Traumatherapie erwarten darf und das scheint mir, vor dem Hintergrund der Fülle an Traumatherapie-Angeboten, wichtig. Für mich ist Luise Reddemanns Arbeit, die in diesem Buche bestens rüberkommt von unschätzbarem Wert.
Nicht nur für Traumapatienten hilfreich - Vor ca.anderthalb Jahren empfahl eine Kunsttherapeutin mir in einer Krise dieses Buch und seither arbeite ich mit den Imaginationsübungen. Ich bin keine Traumapatientin, sondern habe seit vielen Jahren mit einer schweren Angsterkrankung zu tun und kann nur betonen, wie hilfreich und erleichternd auch dann die Imaginationen vor allem des sicheren Orts und der inneren Helfer sind. Ganz nebenbei habe ich durch regelmäßiges Üben gelernt, in tiefe Entspannung zu kommen und in meinem inneren Team Probleme zu besprechen und Lösungsansätze zu finden, die mir im Wachzustand nicht einfielen.Ein wunderbares Buch, auch für Patienten, Dank an Frau Reddemann!